Kreis droht mit Austritt aus dem RVR

Die Rheinische Post Niederrhein berichtet am 9. Mai 2014 (Auszüge):

Einstimmige Ergebnisse ohne Enthaltungen müssen kein Zeichen für die Meinungslosigkeit eines Parlaments sein. (…) So gab es gestern bei der Wiederwahl des Kreisdirektors Ralf Berensmeier den vollen Rückhalt des Weseler Kreistags. (…). Ebenfalls einstimmig drückte der Kreistag in seiner letzen Sitzung vor der Kommunalwahl seinen Widerstand gegen den Entwurf zum neuen RVR-Gesetz aus. Man hatte sich in einem interfraktionellen Gespräch verständigt, auf Erhalt der Austrittsklausel zu pochen. Sollte die Kündigungsmöglichkeit nicht wieder aufgenommen werden, soll der Kreistag vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes nach bisherigem Recht über den Austritt beschließen. (…) Martin Kuster (VWG) sprach schlicht von einer „Unverschämtheit“. (…) Bei Enthaltung von drei VWG- und zwei FDP-Mitgliedern gebilligt wurde der Versuch zur Lösung des Konflikts rund um die Verbraucherberatungen. Zu 25 Prozent will der Kreis sich an den Kosten der Stellen in Wesel, Dinslaken und Moers beteiligen. Das würde die Last der drei Städte halbieren, die restlichen 50 Prozent zahlt weiter das Land. Hintergrund war, dass Moers seiner Beratung gekündigt hat, weil es seinen Anteil nicht mehr tragen will. Neue Gespräche sind nötig.

Klares Votum für Berensmeier

Die NRZ Wesel berichtet am 4. April 2014 (Auszüge):

Der Kreisausschuss votierte gestern sowohl für Karl Borkes als neuen Kämmerer der Kreisverwaltung als auch für die Wiederwahl von Kreisdirektor Ralf Berensmeier. Der Kreistag hat darüber zu beschließen. Da die Empfehlungen des Ausschusses jeweils einstimmig erfolgten, dürfte dies nur noch Formsache sein. Dr. Hans-Georg Schmitz (CDU) und Martin Kuster (VWG) bescheinigten Berensmeier gute Arbeit. (…)
Nach dem von Christian Drummer- Lempert (Grüne) unterbreiteten Vorschlag in Sachen Verbraucherberatung, wonach der Kreis 25 Prozent der Finanzierung übernehmen soll, wächst der Druck auf die Politiker in Moers. Dem neuen Kreistag soll nicht vorgegriffen werden, aber bis auf die VWG sind die Parteien für eine entsprechende Absichtserklärung. Sie hoffen, dass Moers nun entsprechend einlenkt, nachdem dort der Beschluss gefasst worden war, der Beratung aus Kostengründen zu kündigen.

Junge Menschen in der Schuldenfalle

NRZ Wesel berichtet am 1. November 2008 (Auszüge):

Nadine war 18 Jahre alt, als sie ihre erste Mahnung erhielt. 160 Euro hatte sie mit ihrem neuen Handy vertelefoniert. Die Rechnung landete in der Schublade. Ebenso die Briefe, die folgten. Nadine telefonierte munter weiter und bestellte außerdem Klamotten und Möbel aus dem Versandhaus-Katalog. Dass sich bald ein Schuldenberg von mehreren hundert Euro anhäufte, versuchte sie zu ignorieren. So ganz hat sie es nicht geschafft, saß immer öfter abwesend im Unterricht, oder erschien erst gar nicht in der Schule. Das fiel ihrer Lehrerin im Berufskolleg Wesel auf, die verständigte Dagmar Krista. Ein Fall von vielen für die Schulsozialarbeiterin. Über Handyverträge und vermeintlich günstige Ratenzahlungen stolpern immer mehr junge Leute in die Schuldenfalle.

Die Zahlen sind alarmierend, so Kreisdirektor Ralf Berensmeier. Laut einer Studie haben bundesweit 13 Prozent der 18 bis 20 Jährigen bereits 1430 Euro Schulden. Grund genug, um aktiv zu werden, obwohl der Kreis Wesel hier weder positiv noch negativ aus dem Zahlen-Rahmen fällt.

In Zusammenarbeit mit der Leiterin des Fachbereichs Jugend, Christa Röhricht, wurde ein Faltblatt entwickelt, dass über Hilfsangebote und Unterrichtsmaterialien zum Thema informiert. 1700 Exemplare wurden aufgelegt, die jetzt an die 163 Schulen im Kreis und an Jugendeinrichtungen verteilt werden. Die Anregung dazu kam beim Runden Tisch von Martin Kuster (VWG). Dem Religionslehrer am Berufskolleg ist die Wertevermittlung schon von Hause aus ein Anliegen. Kolleg-Leiter Günter Kohls will jetzt noch weitergehen und das Thema Verschuldung bei Jugendlichen in die didaktische Jahresplanung aufnehmen.

(…)

Eine bereits bewährte Möglichkeit, die Finanzkompetenz junger Menschen zu fördern, bietet das Diakonische Werk Wesel. Das Projekt „Kids und Knete“ wird ehrenamtlich an Schulen im Kreis angeboten. In zwei Unterrichtseinheiten werden die Schüler unter anderem über den Umgang mit Geld informiert.

Dialog verweigert

NRZ Niederrhein berichtet am 31. Oktober 2008 (Ausschnitt):

Nur noch SPD und VWG nehmen an den interfraktionellen Gesprächen teil.

In den nächsten Monaten wird Landrat Dr. Ansgar Müller eine Menge Gespräche führen. Heute Abend kürt die SPD den Amtsinhaber in Dinslaken zu ihrem Kandidaten für die nächste Wahl. Für eine Gesprächsrunde kann der Verwaltungschef ab sofort weniger Zeit vorsehen: An den interfraktionellen Gesprächen werden nämlich nur noch die SPD und die VWG teilnehmen. Die übrigen drei Fraktionen sind nicht mehr dabei. Diesen Schritt begründen CDU, Grüne und FDP damit, dass die Runde ihren eigentlichen Sinn – nämlich gemeinsame Wege, Kompromisse, Anstöße zu ermöglichen – krass verfehlt habe. Zur Entgegennahme von „Verlautbarungen” bedürfe es dieses Gremiums nicht. (…)

VWG begrüßen Kreis-Flyer über die Schuldenfalle

Die Rheinische Post Kreis Wesel berichtet am 1. November 2008:

Die Vereinigten Wählergemeinschaften (VWG) im Kreis Wesel haben es ausdrücklich begrüßt, dass ein Faltblatt auf die Schuldenfalle für Jugendliche aufmerksam machen soll (RP berichtete). Damit werde eine alte Forderung der VWG aufgegriffen, sagte gestern Sprecher Martin Kuster. Der Flyer, der an kreisangehörigen Schulen verteilt werden soll, macht auf ein drängendes Problem aufmerksam und nennt Hilfsangebote. „Der Flyer ist ein erster kleiner Schritt in die richtige Richtung“, so Kuster. Es gehe den VWG und dem Kreis um wirksame Prävention gegen die besorgniserregend steigende Verschuldung unter Menschen.